Parteiantworten zur OpenZirndorf-Anfrage

Wir haben alle neun antretenden Parteien angefragt: Wie stehen sie zu digitaler Bürgerbeteiligung und einer ehrenamtlichen Digitalinitiative? 6 von 9 Parteien haben geantwortet. Alle Antworten sind vollständig und unverändert veröffentlicht.

Übersicht: Wer hat geantwortet?

Unsere Anfrage im Wortlaut
Liebes ***-Team,

wir haben mit OpenZirndorf eine Initiative von Zirndorfer Einwohnerinnen
und Einwohnern gestartet, die digitale Ideen und kleinere Anwendungen
für unsere Stadt entwickeln möchte – ehrenamtlich und
gemeinwohlorientiert.

Kurz vor der Wahl möchten wir Ihnen einige direkte Fragen stellen:
- Haben Sie konkrete Vorschläge, wo digitale Unterstützung aus der
  Bürgerschaft sinnvoll wäre?
- Würden Sie eine solche Initiative grundsätzlich unterstützen? Wenn ja,
  in welcher Form?
- Wo sehen Sie aktuell den größten digitalen Bedarf in Zirndorf?
- Welche Themen halten Sie für realistisch umsetzbar durch engagierte
  Bürgerinnen und Bürger?

Transparente Informationen und hilfreiche digitale Werkzeuge können
Vertrauen stärken, Beteiligung erleichtern und das kommunale Miteinander
unterstützen.

Gerne würden wir Ihre Rückmeldung transparent und unverändert auf
unserer Webseite veröffentlichen, damit sich Bürgerinnen und Bürger ein
Bild von den Positionen machen können.

Wir bitten – sofern möglich – um eine kurze Antwort bis Freitag, 06.03., 18:00 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen
OpenZirndorf
https://openzirndorf.de/

CSU

Antwort von Tom Hesselberger, Bürgermeisterkandidat der CSU

Liebes Team von OpenZirndorf!

Vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr damit verbundenes Engagement. Ich selbst bin der Auffassung, dass die Digitalisierung unseres Alltags in den nächsten Jahren signifikant steigen wird. Digitale Lösungen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten, Kommunalpolitik zu stärken. Demnach begrüße ich Initiativen wie Ihre ausdrücklich.

1. Wo wäre digitale Unterstützung aus der Bürgerschaft sinnvoll?

Sinnvoll wäre digitale Unterstützung insbesondere bei niedrigschwelligen Informations- und Serviceangeboten. Sie soll und kann Menschen nicht ersetzen, sondern diese bei ihrer Arbeit unterstützen. Bereiche in denen dies meines Erachtens nach sinnvoll wären, wären zum Beispiel bei:

  • Übersichtliche Aufbereitung von Stadtratsinformationen
  • Digitale Mängelmelder- oder Beteiligungsformate
  • Transparente Darstellung von Projekten und Bauvorhaben
  • Veranstaltungskalender oder interaktive Stadtübersichten (hier fehlt es an Übersichtlichkeit)

Gerade dort, wo Informationen bereits vorliegen, aber nutzerfreundlicher aufbereitet werden könnten, sehe ich großes Potenzial. Die Bürgerinnen und Bürger müssen wieder Lust auf ihre Heimat bekommen und schnell und unkompliziert erfahren, was wann und wo stattfindet.

2. Würden Sie eine solche Initiative unterstützen?

Ja, grundsätzlich unterstützen wir bürgerschaftliches Engagement im digitalen Bereich. Eine mögliche Form wäre ein regelmäßiger Austausch mit Verwaltung und Stadtrat, um Bedarfe abzustimmen und realistische Umsetzungswege zu klären. Wichtig ist dabei eine enge Abstimmung mit der Stadtverwaltung, insbesondere in Fragen des Datenschutzes, vor allem vor dem Hintergrund der Kostenfrage. Grundsätzlich ist es jedoch mein Anspruch, mich mit allen zeitnah an einen Tisch zu setzen, um verschiedene Möglichkeiten voranzubringen.

3. Wo sehen Sie den größten digitalen Bedarf?

Der größte Bedarf liegt aus unserer Sicht in drei Bereichen:

  • Transparenz kommunaler Entscheidungsprozesse
  • Digitale Bürgerbeteiligung
  • Serviceorientierung der Verwaltung (Online-Terminvergabe, digitale Anträge, Statusabfragen)

Hier kann Digitalisierung konkret helfen und Abläufe beschleunigen.

4. Welche Themen sind realistisch durch engagierte Bürgerinnen und Bürger umsetzbar?

Realistisch sind insbesondere Projekte mit Informations- und Plattformcharakter, zum Beispiel:

  • Visualisierung bestehender öffentlicher Daten
  • Beteiligungstools für Umfragen oder Ideensammlungen
  • Digitale Begleitung von Stadtentwicklungsprojekten

Grundsätzlich gilt: Digitalisierung ersetzt keine politische Entscheidung, kann aber Prozesse verständlicher, zugänglicher und bürgernäher machen. Ich selbst bin der festen Überzeugung, dass Bürgerinnen und Bürger dann auch für viele Entscheidungen mehr Verständnis haben, wenn sie die notwendigen Hintergründe vollumfänglich kennen.

Ich halte es für wichtig, solche Initiativen nicht als Parallelstruktur, sondern als ergänzenden Impuls zur kommunalen Arbeit zu verstehen. Wenn ich Verantwortung übernehmen darf, bin ich offen für einen konstruktiven Austausch über konkrete Projekte.

Mit freundlichen Grüßen
Tom Hesselberger

Bündnis 90 / Die Grünen

Antwort von Dr. Timo Engemann, Fraktionsvorsitzender im Stadtratund Ortsverbandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Zirndorf

Liebes OpenZirndorf-Team,

zuerst einmal danke für Initiative und Einsatz.

Projekte der Vergangenheit haben in der Stadtverwaltung immer wieder aus personellen oder monetären Gründen ausgesetzt werden müssen – obwohl es politische Beschlüsse dazu gegeben hat. Hier fallen Themen wie die BürgerApp oder die digitale Umsetzung der Organisation des Garagenflohmarktes ein, wo ehrenamtliche Unterstützung sofort fruchten würde.

Die Stadtratsfraktion würde diese Vorhaben mit Rat und Tat sowie den nötigen Anträgen unterstützen. War es auch die grüne Fraktion (v. a. Gerhard Wirner), die die Digitalisierungsbeauftragte beantragt hat und stetig in ihrem Schaffen unterstützt.

Fraktionsvorsitzender B90/Die Grünen Stadtrat Zirndorf
Sprecher Ortsverband B90/Die Grünen Zirndorf

AfD

Antwort von Claus-Georg Pleyer, AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Fürth, AfD-Stadtrat Zirndorf

Wir unterstützen eine bürgerschaftliche Initiative genauso wie eine moderne digitale Kommunal-Verwaltung, die den Bürgern Zirndorfs die Möglichkeit gibt, online zusammenzukommen, sich gegenseitig zu unterstützen, zu jeder Zeit fristgerecht Anträge zu stellen oder sich an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Auch die Verwaltung kann durch weitere digitale Abläufe entlastet werden, wenn diese in enger Abstimmung mit den Betroffenen eingeführt und durch gut verfügbare technische Unterstützung begleitet wird.

Ein (ergänzendes) bürgerschaftliches IT-Engagement sehe ich positiv und realistisch in den Bereichen:

  • Informationen und Diskussionen zu aktuellen kommunalpolitischen Themen
  • Tourismus und Heimatpflege (Attraktionen, Übernachtungen, Verschönerungswettbewerbe)
  • Marketing, insbesondere für Vereine, Veranstaltungen (z.B. Garagenflohmarkt), Lokale und inhabergeführte Geschäfte
  • Kleinanzeigen, Nahversorgung (z.B. Wunschzettel/Bestandsanzeige/Sicherheit für digitale 24/7-Shops)
  • Nachbarschaftshilfe (inkl. IT-Support, Pflege, Kinderbetreuung und Notfälle)
  • Gemeinschaftsfördernde Projekte rund um VHS, Stadtmuseum (z.B. virtueller Rundgang, evtl. gegen kleinen Betrag), Bücherei, Jugendhaus bis hin zu einem Online-Spiel zu Geschichte und Attraktionen Zirndorfs, Wallensteins Lager oder dem Hohenzollernweg

Unser Antrag für eine anerkannte und freie Bürgerbeteiligungs-Software wie z.B. „Consul" in der Stadtratssitzung vom 27.07.2022 zielte darauf ab, einen sachbezogenen Informations- und Meinungsaustausch von interessierten Bürgern und der Verwaltung zu aktuellen kommunalen Fragen zu fördern. Dadurch sollten möglichst viele Aspekte und Ideen berücksichtigt, Umfragen und Eingaben leichter ermöglicht und wo sinnvoll Bürgerentscheide rechtssicher und möglichst kooperativ vorbereitet werden können.

Außerdem haben wir uns u.a. mit Anträgen für eine (digitale) Veröffentlichung des jährlichen polizeilichen Sicherheitsberichts zu Zirndorf, eines datenschutzkonformen Protokolls der Bürgerversammlungen und der Bürgerfragestunden eingesetzt. Auch hier könnten Besucher evtl. alternativ ihre eigenen Informationen in ein ehrenamtlich betriebenes Portal eingeben.

Wir unterstützen außerdem eine Live-Übertragung von öffentlichen Stadtrats-Sitzungen sowie eine Online-Recherchemöglichkeit über alle Ausgaben des Zirndorfer Amtsblatts. Amtsgänge sollten möglichst vollständig durch Online-Formulare auf der Netzseite der Stadt ersetzt werden, wofür die städtische Digitalisierungsbeauftragte zuständig ist. Eine telefonische und eine Vor-Ort-Beratung für Verständnisfragen oder spezielle Anliegen muss dennoch ohne lange Wartezeiten erhalten bleiben.

Generell sollte der Ablauf von Verwaltungsvorgängen über Dokumenten-Management- oder Prozess-Management-Systeme datenschutzkonform und fehlersicherer beschleunigt werden. Auch die Sicherheit im öffentlichen Raum kann durch eine digitale Kamera-Überwachung an wichtigen öffentlichen Plätzen datenschutzkonform erhöht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Claus-Georg Pleyer
AfD-Kreisvorsitzender Fürth/Neustadt a.d.A. · AfD-Ortsvorstandsmitglied Zirndorf · AfD-Stadtrat in Zirndorf · AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Fürth

Die Linke

Antwort von Robin Greser und die Linke Zirndorf

1. Haben Sie konkrete Vorschläge, wo digitale Unterstützung aus der Bürgerschaft sinnvoll wäre?

  • Begleitung bei digitalen Prozessen: Unterstützung beim Ausfüllen von Online-Anträgen und die Erarbeitung von Vorschlägen, wie diese durch Leichte Sprache und Barrierefreiheit für alle verständlicher gestaltet werden können.
  • Hardware-Sourcing (Refurbishment): Eine Initiative, die gebrauchte IT-Geräte von Firmen oder Privatpersonen sammelt, diese sicher aufbereitet und kostengünstig oder kostenfrei an einkommensschwache Haushalte in Zirndorf abgibt.
  • Kompetenzaufbau: Direkte Hilfe in den Bereichen Social Media und AI (KI), damit Bürgerinnen und Bürger diese Technologien sicher nutzen können, anstatt von ihnen abgehängt zu werden.

2. Würden Sie eine solche Initiative grundsätzlich unterstützen? Wenn ja, in welcher Form?

  • Eine solche Initiative ist absolut unterstützenswert und muss aktiv gefördert werden.
  • Unser Ansatz ist es, die Menschen „aufzufangen", die sich von der „Digitalisierung mit der Brechstange" überfordert fühlen.
  • Die Unterstützung kann durch die Bereitstellung städtischer Räume (z. B. für eine Datenschutz-Sprechstunde), politische Rückendeckung im Stadtrat sowie die Vernetzung mit sozialen Strukturen erfolgen.

3. Wo sehen Sie aktuell den größten digitalen Bedarf in Zirndorf?

  • Hilfe bei digitalen Anträgen: Es fehlen direkte Anlaufstellen für Menschen, die mit rein digitalen Verwaltungsakten überfordert sind.
  • Digitale Barrierefreiheit: Viele Angebote der Stadt müssen dringend hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit, Sehbehinderungen und Leichte Sprache optimiert werden.
  • Datenschutz & Ethik: Es besteht hoher Aufklärungsbedarf im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre gegenüber großen Konzernen sowie beim ethischen Umgang mit AI (KI).

4. Welche Themen halten Sie für realistisch umsetzbar durch engagierte Bürgerinnen und Bürger?

  • Digital-Café & Datenschutz-Sprechstunde: Regelmäßige Treffen (wöchentlich/monatlich) zur Wissensvermittlung über Social Media, Datensicherheit und die Nutzung von AI (KI).
  • Prüfung auf Barrierefreiheit: Eine Bürgergruppe, die städtische Web-Angebote prüft und konkrete Verbesserungsvorschläge einreichen kann.
  • Gemeinsames Zirndorf Wiki & Webpräsenz: Der Aufbau eines gemeinschaftlich betriebenen „Digitalen Marktplatzes", der lokales Gewerbe, Vereine und soziale Projekte in Zirndorf vernetzt. Sowie der Aufbau und Pflege eines Zirndorf Wikis.

Volt

Antwort von Volt Zirndorf

Transparenzhinweis: Volt Zirndorf ist mit zwei Mitgliedern bereits mit Open Zirndorf vernetzt und unterstützt die Initiative persönlich.

1. Haben Sie konkrete Vorschläge, wo digitale Unterstützung aus der Bürgerschaft sinnvoll wäre?

Digitale Unterstützung aus der Bürgerschaft ist besonders dort sinnvoll, wo Daten vorhanden sind, aber noch nicht systematisch genutzt werden.

Offene kommunale Daten (Open Data)

Viele kommunale Informationen könnten öffentlich zugänglich und nutzbar gemacht werden. Engagierte Bürger*innen könnten daraus Anwendungen entwickeln.

Beispiele:

  • Karten zu Spielplätzen, Sportanlagen und deren Zustand
  • Nutzung von Sporthallen und öffentlichen Anlagen
  • Energieverbrauch öffentlicher Gebäude
  • Verständliche Visualisierung des städtischen Haushalts und ehrliche Aufbereitung der Zahlen. Häufig wird nicht transparent gespiegelt, wo die eigentlichen Ausgaben liegen und wohin die Einnahmen genau fließen.

Digitale Bürgerplattformen

Open-Source-Plattformen können Beteiligung ermöglichen:

  • Einreichen von Ideen
  • Abstimmungen über Projekte
  • Gründung lokaler Interessengemeinschaften, analog zu nebenan.de oder meetup.com
  • Transparente Darstellung von Fortschritten

Ein konkretes Beispiel wäre ein digitaler Bürgerhaushalt, bei dem Bürger*innen Vorschläge einreichen und über kleinere Investitionen abstimmen können, wie es mit Liquid-Democracy-Systemen technisch bereits möglich ist.

Bürgerbad – Datenerhebung und Transparenz

Unsere Initiative für ein Bürgerbad soll explizit Open-Source-Tools nutzen, um eine effiziente Verwaltung des Betriebs sowie die Organisation der Ehrenamtlichen zu ermöglichen, aber auch um Daten transparent zu erfassen und auszuwerten:

  • Besucherzahlen
  • Ehrenamtsstunden
  • Energieverbrauch
  • Auslastung einzelner Angebote

Das Bürgerbad kann damit zu einem Modellprojekt für datenbasierte Bürger*innen-Infrastruktur werden.

2. Würden Sie eine solche Initiative grundsätzlich unterstützen? Wenn ja, in welcher Form?

Volt Zirndorf unterstützt eine bürger*innen getragene Digitalinitiative vollumfänglich.

Formen der Unterstützung

Politisch:

  • Einsatz für Open Data in der Stadtverwaltung
  • Förderung von Open-Source-Lösungen
  • Öffnung kommunaler Datenbestände

Infrastruktur:

  • Bereitstellung von Räumen für Treffen und Workshops
  • Veranstaltungen oder Hackathons rund um kommunale Daten

Pilotprojekte:

  • Umsetzung konkreter Anwendungen für Zirndorf
  • Beispiel: Bürgerbad-Datenplattform oder Sportanlagenübersichten

Bereits heute beteiligen wir uns persönlich am Entstehen dieser überparteilichen Initiative und stellen mit dem Hotel Knorz einen Treffpunkt zur Verfügung.

3. Wo sehen Sie aktuell den größten digitalen Bedarf in Zirndorf?

Transparenz kommunaler Informationen

Viele Daten existieren, sind aber nicht einfach zugänglich oder verständlich dargestellt. Beispiele:

  • Haushaltsdaten
  • Energieverbrauch kommunaler Gebäude
  • Infrastrukturplanung
  • Nutzung öffentlicher Einrichtungen

Digitale Bürgerbeteiligung

Es fehlen niedrigschwellige digitale Möglichkeiten für Bürger*innen:

  • Ideen einzubringen
  • Projekte zu diskutieren
  • Prioritäten sichtbar zu machen

Ein digitaler Bürgerhaushalt wäre ein realistischer erster Schritt.

Transparenz der politischen Arbeit

Volt Zirndorf begrüßt ausdrücklich die Idee, Stadtratssitzungen per Livestream zugänglich zu machen. Digitale Übertragungen können politische Entscheidungen nachvollziehbarer machen und mehr Bürger*innen an kommunaler Politik teilhaben lassen.

Auch auf praktischer Ebene sehen wir Digitalisierungspotenzial: Verwaltungsleistungen wie die Beantragung von Ausweisen sollten nicht nur digital erfolgen können, sondern auch so organisiert werden, dass Dokumente beispielsweise über automatisierte Ausgabestationen rund um die Uhr abgeholt werden können.

4. Welche Themen halten Sie für realistisch umsetzbar durch engagierte Bürger*innen?

Open-Data-Visualisierung

Aufbereitung kommunaler Daten in verständlichen Dashboards.

Digitale Karten für Zirndorf

Community-basierte Karten zu:

  • Spielplätzen
  • Sportanlagen
  • Radwegen
  • Grünflächen

Digitale Beteiligungsplattformen

Open-Source-Systeme für:

  • Bürgerideen
  • Abstimmungen
  • Bürgerhaushalte
  • Dezentralisierte Organisation von Initiativen

Weitere mögliche Anwendungen:

  • Garagenflohmarkt-Plattform
  • Ein Mängelmelder für städtische Infrastruktur

Aufbau einer lokalen Energiegemeinschaft

Ein realistisches Thema für engagierte Bürger*innen sehen wir im Aufbau lokaler Energiegemeinschaften für das Teilen von Solarstrom. Mit dem neuen Energy-Sharing-Gesetz (§ 42c Energiewirtschaftsgesetz) wird es ab 2026 erstmals möglich, dass mehrere Haushalte gemeinsam erzeugten Solarstrom digital untereinander nutzen.

Eine Initiative wie OpenZirndorf könnte hier eine wichtige Rolle übernehmen: Bürger*innen könnten über eine offene Plattform PV-Anlagen registrieren, lokale Stromproduktion sichtbar machen und Solarstrom innerhalb eines Quartiers teilen. Smart Meter und offene Software ermöglichen dabei eine automatische Messung und Abrechnung.

Digitale Bürgerprojekte sind besonders wirksam dort, wo sie Daten sichtbar machen, Beteiligung ermöglichen und lokale Infrastruktur verbessern. Open-Source-Ansätze und engagierte Bürger*innen können hier eine wichtige Rolle spielen.

Zirndorfer Bürger-Gemeinschaft (ZBG)

Antwort von Jochen Felbinger (3. Vorstand) und Arnulf Hirmke (Mitglied des Vorstands, Beisitzer)
Hinweis: Diese Antwort ging nachträglich am 19.03.2026 ein, nach Ablauf der ursprünglichen Frist (06.03.2026).

Liebes Team von OpenZirndorf,

vielen Dank für Ihre Initiative und das damit verbundene ehrenamtliche Engagement für unsere Stadt. Die Zirndorfer Bürger-Gemeinschaft (ZBG) verfolgt die Vision eines starken, modernen und transparenten Zirndorfs, das wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten wollen.

1. Konkrete Vorschläge für digitale Unterstützung aus der Bürgerschaft

Wir sehen ein großes Potenzial in der Identifikation von Bedarfen: Bürger können uns helfen, die Prioritäten für die über 500 noch ausstehenden Online-Verfahren (OZG) zu setzen, um die für den Alltag wichtigsten Leistungen zuerst digital verfügbar zu machen. Zudem ist im Rahmen der städtischen Digitalisierungsstrategie eine Online-Befragung zur BürgerApp geplant, bei der Vorschläge für Inhalte und Funktionen ausdrücklich erwünscht sind.

2. Grundsätzliche Unterstützung der Initiative

Ja, wir unterstützen Ihre Initiative vollumfänglich. Einer unserer Kernpunkte für 2026 ist es, das Ehrenamt zu stärken und Bürger einzuladen, aktiv an der Zukunft unserer Stadt mitzuwirken. Wir bieten Ihnen:

  • Politische Rückendeckung: Wir fordern konsequent die Nutzung von Fördermitteln und die Qualifizierung von Personal zu „Digitallotsen", um eine moderne Basis für bürgerschaftliche Projekte zu schaffen.
  • Dialogformate: Wir setzen auf offene Gesprächsrunden und „Politik zum Anfassen", um Ihre Impulse direkt in den Stadtrat zu tragen.

3. Der größte digitale Bedarf in Zirndorf

Aktuell liegt Zirndorf mit nur 31 von 582 möglichen Online-Verfahren weit hinter Nachbarkommunen zurück und hat die Auszeichnung „Digitales Amt" verfehlt. Der größte Bedarf besteht darin:

  • Den Rückstand beim Onlinezugangsgesetz (OZG) aufzuholen und mindestens 100 Verfahren bereitzustellen.
  • Die Verwaltungseffizienz zu steigern, um durch digitale Prozesse bis zu 33 % der Kosten zu sparen und den Haushalt zu stabilisieren.
  • Transparenz zu schaffen, etwa durch die Live-Übertragung von Stadtratssitzungen.

4. Realistische Themen für engagierte Bürgerinnen und Bürger

Wir halten die Mitwirkung an der inhaltlichen Gestaltung der BürgerApp sowie das Feedback zur Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit digitaler Angebote für besonders zielführend. Bürgerengagement ist der Schlüssel, damit digitale Angebote nicht nur verwaltet werden, sondern den tatsächlichen Wünschen entsprechen und eine hohe Akzeptanz finden.

Wir freuen uns darauf, Zirndorf gemeinsam mit Ihnen digitaler und lebenswerter zu machen.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Felbinger (3. Vorstand) & Arnulf Hirmke (Mitglied des Vorstands, Beisitzer)
Zirndorfer Bürger-Gemeinschaft (ZBG)

Keine Antwort erhalten

Die folgenden Parteien haben bis zur gesetzten Frist (06.03.2026, 18:00 Uhr) nicht geantwortet. Sollte eine Antwort nachträglich eingehen, wird sie hier ergänzt.

Freie Wähler SPD FDP